Kristinas Traumwelten

Alte Eichen haben Rechte!

22.09.2021

Alte Eichen haben Rechte!

Die alten Eichen sollen weg, so der Chef der BMI (Bayrische Maßindustrie) obwohl sie gar nicht auf dem Betriebsgelände der Firma stehen, sondern direkt davor auf städtischem Grund. Nur, so das Bedenken der Firma sollten sie den Untergrund „entwässern“ und somit den Bau nicht möglich machen, was weder wissenschaftlich noch technisch fundiert ist. Im Gegenteil, Fachleute sprechen von baulichen Möglichkeiten bei denen die Bäume weder hinderlich sind noch zur Beeinträchtigung des Baus beitragen
Die Stadt aber, wohl aus Angst die seit Jahren ortsansässige Firma zu verlieren, gibt klein bei und lässt die mit der Region verbundene Hirtentradition außer Acht (denn die alten Eichen sind noch Reste eines Eichenangers (einer Hirtenweide), die in unserer Landschaft rar geworden sind. Es gibt in der Umgebung noch die Hutanger auf die Initiative von Bund Naturschutz und dem nahen Naturpark Wengleinpark (auf die, die Region sehr stolz ist) und was es zu schützen gilt. Auch sind alte Stadtbäume in unserer Zeit wichtiger denn je. Tragen sie doch für ein gesundes Klima, Sauerstoff und Lebensraum für geschützte Arten bei.
Jede Stadt wäre neidisch auf solche alten Bäume! Ohne solche Schutzmaßnahmen ist das Ziel, was sich Deutschland auf die Fahnen geschrieben hat,CO 2 zu sparen sinnlos und lächerlich! Denn am besten spart man sich Resourcen, die man eben nicht verbraucht bzw Bäume, die Sauerstoffproduzenten, nicht fällt, sondern schützt. Denn drei alte Bäume sind eben nicht mit drei jungen zu ersetzten und es dauert Jahrhunderte bis diese soweit sind soviel CO 2 zubinden, soviel Sauerstoff zu produzieren, soviel Lebensraum und Nahrung zu bieten. Viele Insekten sind auf alte Bäume angewiesen; die wiederrum als Futter für Vögel dienen und dessen Fehlen den Kreislauf zerstört und in der letzten Konsequenz bis zu uns Menschen führt. Fehlen zu viele Glieder der Kette reißt sie auseinander und ist unwiederbringlich kaputt. Und ohne Sauerstoff kann auch der Mensch nicht überleben.
Und die „Eichenhainstraße“ muss umbenannt werden! Für eine „Cita Slow“ die sich die Stadt Hersbruck offiziell nennen darf, gehört es sich nicht. Engagiert sie sich doch für nachhaltige Landwirtschaft mit extensiv bewirtschafteten Flächen im ökologischen Landbau. Zusammen mit Gastronomen führt sie „Heimat auf dem Teller“ in dem Gaststätten in der Stadt und Umgebung regionale Speisen anbieten, genau wie auf dem Wochenmarkt und im hiesigen Bioladen. So stehen beispielsweise auf der Speisekarte im Lokal die Herkunftsorte und landwirtschaftlichen Betriebe der Vermarkter. Auf dem Markt bieten sie ihre Waren auch für Zuhause an.So scheint es beschämend, das die Stadt nicht mehr Macht hat (oder will) eine Firma in die Schranken zu weisen, die diese Maxime der Nachhaltigkeit nicht mehr mit vertreten will.
Doch die Demo hat gezeigt, viele Bürger wollen der Stadt zeigen, dass sie zu ihre Stadt stehen und lieber eine Fima in der Region verlieren. Denn soviel sind die Arbeitsplätze nicht wert. Bisher war die Stadt als Erholungs-Gesundheits- und lebenswerte Stadt bekannt. Nicht nur die ansässige Klinik (Psorisol) heißt internationale Gäste willkommen; Hersbruck dürfte sich eigentlich auch Bad Hersbruck nennen. Denn seit 2004 gehört auch eine Therme zur Stadt. Kleine beschauliche Hotels gehören ebenfalls dazu. Um die Stadt, in der Hersbrucker Alb kann man wandern, schwimmen, Fahrrad fahren und das Kletterangebot und Kanu oder Kajak fahren auf der Pegnitz ist für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen beliebt und bekannt. Touristen kommen gerne immer wieder, weil Hersbruck eben, eingebettet in eine fantastische Naturlandschaft, viel zu bieten hat. Auch kulturell mit dem jährlich stattfindenden Gitarrenfestival, dem Nachtgiger oder vieler Kunstausstellungen und Kunstmärkte im Stadthaus und urbaner Kunst im Stadtbild bietet.
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, auch wenn die alten Eichen fallen, werden wir weiter machen und dann erst recht! Und dann wird es unbequem für die Stadt!

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